Fair genießen im „Fantasia“ – Stadtbergen lebt Fairtrade

Veröffentlicht am 18.09.2025 in Allgemein

Unsere Fairtrade-Teeaktion führte uns dieses Mal in das Stadtberger Lokal „Fantasia“. Viele Bürgerinnen und Bürger kennen es als Treffpunkt nach Feierabend: Handwerker, Freundesgruppen und Familien kommen hier zusammen, um zu essen, zu plaudern oder einfach eine kleine Auszeit zu genießen.

Wer das „Fantasia“ betritt, nimmt sofort die besondere Mischung wahr: Eine saubere, schlichte Einrichtung, die auf den ersten Blick funktional wirkt – und gleichzeitig Düfte, die den Raum erfüllen und einen unweigerlich in die arabische Welt entführen. Der Geruch von gegrilltem Fleisch, würzigen Kräutern und frisch gebackenem Fladenbrot weckt Fernweh und Appetit zugleich.

Doch an diesem Tag stand nicht der Döner oder die Pizza im Mittelpunkt, sondern ein Getränk, das man in einem türkisch geprägten Lokal vielleicht nicht sofort erwarten würde: fair gehandelter Tee.

Stadtbergen ist Fairtrade-Stadt

Gemeinsam mit Michael Smischek, unserem zweiten Bürgermeister, besuchten wir das Lokal im Rahmen der Fairtrade-Teeaktion, die vom Arbeitskreis Fairtrade organisiert wurde. Stadtbergen trägt seit vielen Jahren den Titel Fairtrade-Stadt. Dieser Titel ist keine bloße Auszeichnung, sondern verpflichtet uns dazu, bestimmte Kriterien einzuhalten. Dazu gehört, dass Gastronomie und Einzelhandel regelmäßig faire Produkte anbieten. Nur so können wir sicherstellen, dass der Titel nicht zum Etikett verkommt, sondern tatsächlich in der Stadtgesellschaft gelebt wird.

Die aktuelle Aktion ist ein Beispiel dafür: Alle Stadtberger Restaurants und Cafés wurden mit fair gehandeltem Tee ausgestattet. Indem wir diese Lokale besuchen, eine Tasse Tee trinken und mit den Betreibern sprechen, zeigen wir, dass Fairtrade nicht abstrakt ist, sondern im Alltag sichtbar und erlebbar wird.

Gespräch mit Ismail Özel

Da der Wirt im Urlaub war, führte sein Sohn Ismail Özel das Gespräch mit uns. Offen und interessiert sprach er über die Aktion und die Haltung seiner Familie. Für ihn ist es selbstverständlich, dass Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung auch in einem Gastronomiebetrieb ihren Platz haben. Gerade weil viele Gäste in einem türkisch geprägten Lokal nicht sofort an faire Produkte denken, setzt das „Fantasia“ mit dem Tee ein bewusstes Zeichen.

Beeindruckend war zudem das soziale Engagement der Familie Özel: Während des letzten Hochwassers bedankten sie sich bei den Einsatzkräften, indem sie zahlreiche Pizzen an die Feuerwehr spendeten. Dieses gelebte Miteinander zeigt, dass Gastfreundschaft hier nicht nur eine Floskel ist, sondern im Alltag praktiziert wird.

Persönliche Motivation

Für mich, Roland Mair, Mitglied im Arbeitskreis Fairtrade und Fraktionsvorsitzender der SPD Stadtbergen, ist diese Aktion mehr als nur Symbolpolitik. Ich finde es wichtig, dass wir den Titel Fairtrade mit Leben füllen. Hinter jeder Tasse Tee, jedem Stück Schokolade oder jeder Banane stehen Menschen – Arbeiterinnen und Arbeiter, die unter oft schwierigen Bedingungen arbeiten. Mit dem Kauf fair gehandelter Produkte sorgen wir dafür, dass sie einen gerechten Lohn erhalten, bessere Arbeitsbedingungen haben und ihre Kinder eine Chance auf Bildung bekommen.

Fairtrade bedeutet also nicht nur Genuss, sondern auch Verantwortung. Es ist unser Beitrag dazu, die Welt ein Stück gerechter zu machen.

Ein Stück gelebte Verantwortung

Der Besuch im „Fantasia“ hat uns erneut gezeigt: Fairtrade ist keine Frage der Nationalität oder Tradition. Ob arabisch, türkisch, italienisch oder bayerisch geprägt – faire Produkte passen überall hin. Entscheidend ist die Haltung der Menschen, die dahinterstehen.

Wir sind dankbar, dass sich auch das „Fantasia“ dieser Aktion angeschlossen hat und damit zeigt: Stadtbergen lebt Fairtrade. Und wir sind überzeugt, dass viele Gäste die Tasse fair gehandelten Tee genauso genießen wie wir es getan haben.

Fair genießen – das geht eben auch in Stadtbergen.

 
 

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