
Manche Abende wirken länger nach als andere. Die Lesung der Schweizer Autorin Edith Leibundgut in der Stadtbücherei Stadtbergen war für mich so ein Moment. Sie stellte ihr Buch „Lisa – Rebecca – Mazuza. Vom Zweiten Weltkrieg ins brennende Gaza“ vor – eine bewegende Erzählung über drei Frauen, deren Lebenswege durch Krieg, Flucht und Identitätsfragen geprägt sind.
In der anschließenden Diskussion habe ich bewusst nach dem Entstehungsprozess des Buches gefragt und danach, wie Vorurteile und unterschiedliche Perspektiven unsere Wahrnehmung von Geschichte beeinflussen. Die Antworten der Autorin waren reflektiert und eindrucksvoll. Sie berichtete von jahrelanger Recherche, von Gesprächen mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen – und davon, dass man sich der historischen Wahrheit oft nur annähern kann.
Am Ende des Abends habe ich mir das Buch mit einer persönlichen Widmung gekauft. Für mich war das mehr als eine nette Geste. Edith Leibundgut ist eine sehr intelligente Frau, die es schafft, neue Blickwinkel auf Menschen und ihre Lebensgeschichten zu eröffnen. Gerade in Zeiten, in denen gesellschaftliche Debatten oft vereinfacht geführt werden, ist diese Fähigkeit besonders wertvoll.
Sehr sympathisch habe ich auch die neue Büchereileiterin Dr. Eva Keppel erlebt. Sie wirkt offen, zugewandt und zugleich entschlossen, die Stadtbücherei weiterzuentwickeln und neue Impulse zu setzen. Ich bin überzeugt, dass sie das kulturelle Leben in Stadtbergen bereichern wird.
Mit Kulturamtsleiter Martin Knauth verbindet mich eine empathische Nähe. An diesem Abend konnten wir uns erneut intensiv über das Engagement in der Stadtberger Stadtgesellschaft austauschen. Solche Gespräche zeigen mir immer wieder, wie wichtig Menschen sind, die Verantwortung übernehmen und gemeinsam an der Zukunft unserer Stadt arbeiten.
Der Literaturabend hat deutlich gemacht: Kultur schafft Räume für Dialog, für Nachdenken – und für Begegnungen, die bleiben.