
Im Gewerbegebiet im Virchowviertel nehmen die Autohändler viel Platz ein – ihre Fahrzeuge stehen oft auf großzügigen, weitläufigen Stellflächen. Für Fußgänger und Radfahrer wären genau diese Flächen ideal, um Wege abzukürzen. Das Problem: Offiziell erlaubt ist das in der Regel nicht.
Verständlich, aber unbefriedigend. Aus Sicht der Autohändler ist die Zurückhaltung nachvollziehbar – zwischen geparkten, teils hochwertigen Fahrzeugen besteht ein reales Haftungsrisiko, etwa bei einem Kratzer. Trotzdem werden solche Abkürzungen faktisch längst genutzt, nur eben informell und unbequem.
Ein konkretes Beispiel: Zwischen Autohaus Schuster, AWG und Aldi gibt es genau so einen Weg. Die Grundstücksgrenze ist dort allerdings mit einer erhöhten Kante bebaut – wer mit dem Rad unterwegs ist, muss abbremsen, das Vorderrad anheben und den wenige Zentimeter hohen Absatz überwinden. Was für eine Freude, wenn sich die Unternehmer hier mal gemeinsam Gedanken machen würden.
Und dieser Fall steht nicht allein: Auch zwischen Alnatura und McDonald's gibt es eine ähnliche Querverbindung, die von einer offiziellen Markierung profitieren würde. Und mit Blick auf das künftig entstehende Kaufland zeichnet sich schon jetzt ab, dass auch dort eine durchdachte Querverbindung sinnvoll wäre.
Was helfen würde
Die Flächen sind ohnehin vorhanden – es braucht keine neuen Wege, sondern eine offizielle, durchdachte Lösung:
- Markierte Querverbindungen an bereits informell genutzten Trampelpfaden, statt eines Graubereichs ohne klare Regelung.
- Abgesenkte Bordsteine/Kanten an den Grundstücksgrenzen, damit auch Radfahrer die Wege ohne Absteigen nutzen können.
- Abstimmung zwischen den Unternehmen, damit Haftungsfragen geklärt und die Wege gemeinsam gestaltet werden können.
Kurze Wege zu Fuß sind ein echter Attraktivitätsfaktor für ein Gewerbegebiet mit so vielen einzelnen Läden. Wenn sich die Unternehmen gemeinsam Gedanken machen, profitieren am Ende alle – mit mehr Kundenfrequenz und weniger Ärger.
Kennt ihr weitere solche Querverbindungen im Gewerbegebiet? Ob offiziell oder informell genutzt – schreibt uns eure Beobachtungen, sie fließen in die kommenden Teile dieser Serie mit ein.
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