Serie: Weiterentwicklung des Virchowviertels – Folge 2

Veröffentlicht am 06.09.2026 in Allgemein

Zu viel Blech, zu wenig Aufenthaltsqualität

Wer mit offenen Augen durch das Gewerbegebiet im Virchowviertel geht, dem fällt schnell auf: Eine erkennbare Struktur sucht man hier vergebens. Lebensmittelläden, Discounter und Drogeriemärkte reihen sich aneinander, manche davon gleich mehrfach – Tedi zum Beispiel gibt es im Viertel zweimal. Hin und wieder wechselt ein Geschäft, gelegentlich kommt ein Spezialanbieter für Mode hinzu, doch am Grundproblem ändert das nichts.

In unserer Serie zu den Schwachstellen des Gewerbegebiets nehme ich mir diesmal ein Thema vor, das besonders viel Fläche kostet: die Autohäuser. Allein drei große Anbieter – Autohaus Listle, Mercedes-Benz und Autohaus Schuster – haben sich hier angesiedelt und nutzen tausende Quadratmeter, um Neu- und Gebrauchtwagen abzustellen. Tonnen von Blech bedecken wertvollen Boden, der andernorts sinnvoller genutzt werden könnte.

Das hat Folgen, die über das Ortsbild hinausgehen: Die zahlreichen Parkflächen der Autohäuser tragen ebenso wie die Parkdecks der übrigen Geschäfte dazu bei, dass sich das Viertel im Sommer spürbar aufheizt. Gleichzeitig ist die Aufenthaltsqualität gering – so attraktiv das Angebot für Stadtberger:innen und die Menschen aus der Region auch ist.

Dabei gäbe es Alternativen. Auf den vorhandenen Grundstücken wären ohne Weiteres drei bis vier Geschosse möglich, statt der heute üblichen ebenerdigen Bauweise mit oberirdischen Parkplätzen. Genau das plant aktuell aber auch ein neuer Investor: maximal einstöckig, mit Parkplätzen an der Oberfläche. Als Argumente werden dann gerne steuerliche Detailfragen angeführt – anstatt auf die Erfahrung von Fachleuten und Beratungsunternehmen zurückzugreifen, die zeigen, dass es auch anders geht.

Ich mahne eine attraktivere Weiterentwicklung des Viertels schon seit Jahren an – zuletzt hat die SPD-Frakton die Ideen dazu im August 2024 in einem ausführlichen Artikel zusammengefasst. Auch die fachliche Grundlage dieses Beitrags geht auf frühere Initiativen der SPD-Fraktion zurück, die sich intensiv mit der Weiterentwicklung des Viertels befasst hat. Seither gab es zahlreiche weitere Initiativen, doch der Veränderungswille bei Stadtspitze und Bauamt hält sich bislang in Grenzen. Ich bin überzeugt: Mit dem nötigen Mut zu klaren Entscheidungen ließe sich hier viel gewinnen – für das Klima, für den Stadtraum und für alle, die im Virchowviertel einkaufen oder sich dort gerne aufhalten würden.

Dieser Text wurde mit Unterstützung von KI recherchiert und redigiert.

 
 

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