Bei sommerlicher Hitze machte sich am Freitag die Stadtradeln-Sportgruppe vom Rathaus aus auf den Weg zur Lechstaustufe am Mandichosee – eine anspruchsvolle, aber landschaftlich besonders reizvolle Strecke mit mehreren lohnenden Stationen unterwegs.
Geplant und geführt hat die Tour Peter Hagspiel, Pfarrgemeinderatsvorsitzender von St. Nikolaus und Mari Hilf sowie stellvertretender ArGe-Vorsitzender. ArGe-Vorsitzender Roland Mair begleitete die Gruppe als „Rote Laterne“ am Streckenende und sorgte dafür, dass niemand verloren ging.
Vier Stationen, ein Ziel
Die Route führte zunächst zum Stempflesee, wo ein Trinkwasserbrunnen für Abkühlung sorgte – bei den hohen Temperaturen keine Selbstverständlichkeit. Weiter ging es zu einem Denkmal für einen gefallenen Soldaten, das zum Innehalten einlud, und schließlich zur Lechstaustufe selbst. Ziel der Tour war der Mandichosee: ein Paradies für Windsurfer und Segler, das abseits der großen Landstraßen ein kleines Urlaubsgefühl mitten in der Region bietet. Gestärkt wurde die Gruppe an Werners Brotzeitoase, wo für jeden Geschmack etwas Gutbürgerliches bereitstand.
„Mit dem Fahrrad lassen sich auch größere Strecken gut bewältigen“, sagte ArGe-Vorsitzender Roland Mair. Viele Wege führten abseits von Straßen und damit auch abseits der Gefährdung durch den Autoverkehr – ein Argument, das gerade auf einer Tour durch den Stadtwald besonders greifbar wurde.
Stadtwald unter Druck – aber nicht ohne Hoffnung
Die Strecke führte die Gruppe auch durch Teile des Augsburger Stadtwalds, der nach Angaben der Augsburger Allgemeinen zunehmend unter den Folgen von Klimawandel und Trockenheit leidet. Die Zeitung berichtet, dass die artenreiche Königsbrunner Heide zusehends austrocknet und Experten dort bereits von nahezu mediterranen Verhältnissen sprechen. Auch der Kiefernbestand ist stark geschwächt – Folge des schweren Hagelschlags im Spätsommer 2023 sowie wiederkehrender Trocken- und Hitzephasen, die den Borkenkäferbefall begünstigen. Die Forstverwaltung reagiert mit einer ungewöhnlichen Maßnahme: Aus Saatgut robusterer Kiefern aus der Region Füssen wurden rund 23.000 Jungpflanzen gezogen, die im Herbst gesetzt werden sollen – ein Hoffnungsschimmer für den angeschlagenen Bestand, auch wenn die Situation insgesamt angespannt bleibt.
Wie Peter Hagspiel berichtet, ist der Naturforscher Eberhard Pfeuffer im Raum Augsburg bekannt für sein Engagement für die Heideflächen im Stadtwald sowie für die Renaturierung des Lechs im Rahmen des Projekts „Licca liber“.
Immer wieder Neues entdecken
Besonders schätzt Peter Hagspiel, dass sich im Augsburger Stadtwald trotz vertrauter Ziele immer wieder neue, gut gepflegte Wege und Routen entdecken lassen – vorbei an geschichtsträchtigen Orten, die zum Innehalten einladen. Das Team, das am Freitag unterwegs war, zeigte sich sportlich bestens aufgestellt und wurde der Ausschreibung als „Sport-Tour“ in jeder Hinsicht gerecht.
Trotz der sommerlichen Hitze hielten die Radlerinnen und Radler tapfer durch – und wurden am Ziel mit einem echten Kleinod der Region belohnt.