
Stadtbergen, 8. Juli 2026 – Zu ihrem Sommerstammtisch trafen sich die Vereinsvorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Stadtberger Vereine (ArGe). Der Stammtisch liegt in Verantwortung der ArGe, die dabei jeweils einzelne Stadtberger Vereine einbindet – mal mit einer gemeinsamen Aktion, mal mit einem inhaltlichen Schwerpunkt auf der Vereinsarbeit selbst. Diesmal stand die Frage im Mittelpunkt, welche Rolle Veteranenvereine heute noch spielen – und warum sie nach Ansicht ihrer Mitglieder wichtiger denn je sind.
Verantwortlich auf Seiten der VSK waren der stellvertretende Vorsitzende Stephan Gebhard und Silke Behrens. Der Vorsitzende Benjamin Dempfle war an diesem Abend verhindert, da er kurzfristig zur Fernsehsendung „Jetzt red i" eingeladen worden war. Gebhard und Behrens gaben Einblick in Geschichte und Selbstverständnis ihres Vereins: Seine Wurzeln reichen bis in die Kyffhäuserbewegung zurück, die nach den Stellungskriegen als Reaktion auf fehlende gesellschaftliche Unterstützung für Soldaten entstand. Heute versteht sich die VSK als Interessengemeinschaft ehemaliger und aktiver Bundeswehrangehöriger mit klarem Wohltätigkeitsfokus – unabhängig von der Bundeswehr selbst, mit der es keine institutionelle Verbindung gibt.
Zu den zentralen Aufgaben zählen die Pflege der Gedenk- und Erinnerungskultur, etwa beim jährlichen Festakt im November und am Volkstrauertag, sowie gemeinnütziges Engagement in Stadtbergen – von der Mitwirkung beim Weihnachtsmarkt bis zu Fronleichnamsprozessionen. Ein wachsendes Anliegen ist die Aufklärungsarbeit an Schulen: Der Verein sucht das Gespräch mit Jugendlichen, um aus erster Hand über Erfahrungen ehemaliger Soldaten zu berichten und für Frieden und die psychischen Belastungen von Einsätzen zu sensibilisieren.
In der Diskussion wurde deutlich, wie sehr sich das Bild des Vereins wandelt: Rund ein Drittel der Mitglieder sind mittlerweile Frauen, und die jüngsten Mitglieder sind um die 40 Jahre alt. Mehrere Teilnehmerinnen und Teilnehmer betonten die inhaltlichen Schnittmengen zwischen Veteranenarbeit und Jugendarbeit – etwa in der Frage, wie man junge Menschen heute überhaupt noch erreicht und für ehrenamtliches Engagement gewinnt.
Für den ArGe-Vorsitzenden Roland Mair war es einbereichernder Abend: „Es ging um Erinnerungskultur, aber genauso um die Frage, wie Vereine sich für die Zukunft öffnen. Solche Gespräche zeigen, wie viel Substanz hinter unserem Stadtberger Vereinsleben steckt." Wie wichtig die Vernetzung mit anderen Vereinen ist, betonte auch Kristina Somodi, Vorsitzende des Deutsch-Ungarischen Vereins: Über die Arbeitsgemeinschaft lerne sie immer wieder Menschen kennen, die einen echten Mehrwert für ihre eigene Vereinsarbeit darstellten.