77. Geburtstag des Grundgesetzes - Veranstaltung von Silke Behrens

Veröffentlicht am 24.05.2026 in Allgemein

Ein Fest der Sprache, des Lachens und des Miteinanders

Stadtbergen, Mai 2026

Am Plauderbänkle am August-Abenstein-Weg fand eine besondere Open-Air-Lesung mit Stadtberger Stimmen statt - musikalisch begleitet und passend zum ersten Ehrentag des Grundgesetzes.

Die Plauderbänkle sind eine Initiative von Silke Behrens, die damit ein Zeichen gegen Einsamkeit setzen will. Sechs Stadtberger Sitzbänke wurden mit einem auffälligen grünen Aufkleber versehen und zu Orten der Begegnung erklärt - wer sich auf eine dieser Bänke setzt, signalisiert Gesprächsbereitschaft. Hier darf ausdrücklich geplauscht werden, betont Behrens: Es gehe darum, soziale Kontakte zu fördern und das Miteinander - auch zwischen den Generationen - zu stärken. Unterstützt wird die Aktion von Bürgermeister Paulus Metz. Behrens begrüsste die Gäste mit den Worten: Das Plauderbänkle stehe für Begegnung - für Gespräche, Zuhören und gemeinsames Verweilen. Dass diese Veranstaltung mit dem ersten Ehrentag des Grundgesetzes zusammenfalle, empfinde sie als doppelt passend.

Literatur mit Herz und Humor

Anette Kuhrmeier, Vorlesepatin in der Parkschule und engagiert im Freiwilligenzentrum, trug zwei Texte vor: Loriots klassische Rede an die Jugend sowie die humorvolle Geschichte Die perfekte Avocado.

In Loriots Rede an die Jugend beleuchtete sie mit feiner Ironie das Verhaltnis zwischen Eltern und Kindern. Die Geschichte der perfekten Avocado wiederum schilderte Konrads turbulenten Samstag: Eine sorgfaltig geplante Routine, die an der Selbstbedienungskasse im Supermarkt spektakular scheiterte. Was als Staatsfeind-Moment begann, endete im Cafe mit einem Lacheln der Kellnerin und der Erkenntnis: Manchmal muss das System erst zusammenbrechen, damit der Tag wirklich beginnen kann.

Der Kleine Prinz und das Geheimnis des Herzens

Marina Lötschert, frisch gebackene Preisträgerin, las aus Antoine de Saint-Exupérys Der kleine Prinz - Kapitel 21, die beruhrende Begegnung zwischen dem Prinzen und dem Fuchs. Das Thema Zahmen, Freundschaft und Verantwortung hallte lange nach:

"Man sieht nur mit dem Herzen gut - das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar."

Marina begeistert das Publikum übrigens auch regelmäßig beim Stadtberger Weihnachtsmarkt mit Märchenerzählungen.

Mark Twain und die Schrecken der deutschen Sprache

Paul Metz trug Mark Twains beruhmten Essay Die Schrecken der deutschen Sprache vor - jene Rede, die Twain am 21. Mai 1898 vor dem Presseclub hielt. Augenzwinkernd spottete er über die Komplexität des Deutschen, bekannte dabei aber seine echte Begeisterung für die Sprache. Ein Blick, der auch heute noch zum Schmunzeln einlädt.

Theater, Widerstand und das Lachen als letzte Waffe

Uwe Tüchler präsentierte mit Jura Soyfers Der Weltuntergang - einer politisch zugespitzten Satire aus dem Jahr 1936 - zeigte das Ensemble, wie zeitlos Satire sein kann. Das Motto:

"Das Lachen ist unsere letzte Aktion des Widerstands - das letzte Nein, das wir dem Wahnsinn entgegensetzen."

Die nächste Aufführung von Theater 8 findet am 14. November in der Mehrzweckhalle Leitershofen statt.

Gemeinsam singen - Demokratie erleben

Helmut Göller, stets engagiert, wenn es ums gemeinschaftliche Singen geht, schloss den Abend mit "We Shall Overcome" - jenem Protestlied, das Joan Baez und viele andere gegen jede Form von Missständen gesungen haben. Göller lädt jeden zweiten Montag im Monat zum Mitsingen ein: 18:30 bis 20:00 Uhr, rund 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, 150 bekannte Lieder - ein Angebot für alle, die Stimme und Gemeinschaft suchen.

Die Veranstaltung am Plauderbänkle zeigte eindrucksvoll: Demokratie lebt vom Mitmachen, vom Lachen, vom Zuhoren - und vom Mut, die Welt mit Herz und Humor zu betrachten.

 
 

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