
Am Mittwochabend, den 12. August 2026, verdunkelte der Mond über Augsburg fast 89 Prozent der Sonne – die eindrucksvollste Sonnenfinsternis, die Mitteleuropa seit 1999 zu sehen bekam. Spontan zog es mich mit vielen anderen auf den Bismarckturm, wo aus einem zufälligen Zusammentreffen eine wunderbar entspannte, gemeinschaftliche Stunde wurde – inklusive eines Wiedersehens mit Freunden und Erinnerungen an die letzte große Finsternis vor 27 Jahren.
Ein Highlight im weltlichen Geschehen sind nicht die Aktivitäten der Menschen, sondern die Besonderheiten unserer Erde. Häufig sind es Entwicklungen, die uns Angst machen – eine Flut, ein Brand, ein Erdbeben. Doch unsere Erde hat auch viele schöne Seiten, wie zum Beispiel die Sonnenfinsternis am 12. August 2026.
Für mich war das Thema in den letzten Tagen eigentlich nichts Besonderes. Doch als die Kolleg:innen von ihren Vorbereitungen auf die Sonnenfinsternis erzählten, wuchs auch bei mir das Gefühl, dabei sein zu wollen. Da ich manchmal ein Fünf-Minuten-vor-zwölf-Typ bin, hatte ich selbst keine Vorbereitungen getroffen. Zuhause fiel dann die Entscheidung: auf den Bismarckturm gehen. Er ist einer der schönsten Plätze im Augsburger Raum, und tatsächlich wanderten viele Menschen in einer kleinen Völkerwanderung den Berg hinauf. Ausgerüstet mit Getränken, Handy und Musik im Ohr schloss ich mich an.
Oben angekommen, suchte ich mir einen schönen Platz. Rundherum kam ich mit vielen Menschen ins Gespräch, die mich auch durch ihre Finsternisbrillen schauen ließen. Es herrschte eine sehr angenehme Stimmung: Viele picknickten oder saßen einfach tiefenentspannt und ohne jede Hektik auf der Wiese oder rund um den Turm.
Dort oben traf ich auch Harald und Anne. Wir erinnerten uns gemeinsam an die letzte große Sonnenfinsternis im August 1999 – Harald hatte sogar noch die Brille von damals dabei. Wir stießen an, machten Fotos, und gegen halb neun war das wunderschöne Ereignis vorbei, das die Welt uns nur alle heiligen Zeiten schenkt.
Über Augsburg schob sich der Mond ab etwa 19:22/19:23 Uhr vor die Sonne. Den Höhepunkt erreichte die Finsternis gegen 20:15/20:16 Uhr – mit einer Bedeckung von rund 88,8 Prozent der Sonnenscheibe blieb zum Schluss nur noch eine schmale Sichel übrig. Weil die Sonne dabei nur wenige Grad über dem Horizont stand, ging sie gegen 20:35/20:36 Uhr noch teilweise verfinstert unter – passend zu unserem Erlebnis, dass das Schauspiel gegen halb neun endete.
Eine echte Totalität – mit völliger Verdunkelung und Korona – gab es in Deutschland nirgends zu sehen; der Kernschatten des Mondes zog über Grönland, Island und Nordspanien hinweg. Für Mitteleuropa war es dennoch das eindrucksvollste Himmelsereignis seit der „Jahrhundertfinsternis" vom 11. August 1999. Wer das nächste Mal eine totale Sonnenfinsternis von Deutschland aus erleben will, muss sich bis zum 3. September 2081 gedulden.
Der Bismarckturm erwies sich dabei ganz nebenbei als einer der ausdrücklich empfohlenen Beobachtungsorte in der Region – kein Wunder, dass sich so viele Menschen spontan dorthin aufmachten.
Was diesen Abend für mich besonders gemacht hat, war weniger das astronomische Ereignis selbst als die Atmosphäre drumherum: fremde Menschen, die bereitwillig ihre Brille teilten, ein Wiedersehen mit alten Freunden, gemeinsame Erinnerungen an 1999 – und ganz viel Ruhe und Gelassenheit an einem lauen Sommerabend an dem schönsten Platz in der Region.
Die HIntergründe sind mit Claude (KI) erarbeitet