Ein Denkmal, das den Namen ihre Geschichte zurückgibt

Veröffentlicht am 08.11.2026 in Allgemein
Vorsitzender Benjamin Dempfle und Roland Mair
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Einweihung des „Denkmals für Frieden und Versöhnung“ an St. Nikolaus

Viele Stadtbergerinnen und Stadtberger gehen täglich den Weg über den Friedhof und an der Kirche St. Nikolaus vorbei. Genau dort steht jetzt das neu gestaltete „Denkmal für Frieden und Versöhnung“. Bei der Einweihung war ich dabei. Bürgermeister Paulus Metz, Stadtpfarrer Konrad Huber, Pfarrerin Theresa Geißler, die Veteranen- und Soldatenkameradschaft mit ihren Fahnenabordnungen, Mitglieder des Stadtrats, Vereine und viele Bürgerinnen und Bürger waren gekommen.

Fünf Jahre Provisorium, 70 Jahre Gedenken

Das Denkmal hat eine lange Geschichte. 1921 entstand an der Treppe zur Kirche ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs. 1956 wurde es zum gemeinsamen Denkmal für beide Weltkriege erweitert, mit dem Reiterstandbild von 1921 und neuen Tafeln. Diese wurden 1987 durch Bronzetafeln ersetzt. Im November 2021 musste das Denkmal seinen alten Platz für die Kinderbetreuung räumen. Seitdem stand es als Provisorium vor St. Nikolaus – länger als geplant, wie der Bürgermeister mit einem Schmunzeln anmerkte.

Hinter jedem Namen ein Mensch

Der Architekt erzählte, wie die Neugestaltung entstanden ist. Am Anfang gab es nur Tafeln mit Namen und Zahlen. Dabei fiel auf, dass auch Frauen darunter sind und dass auch zivile Opfer genannt werden. Deshalb erinnert das Denkmal heute an alle Opfer der beiden Weltkriege, und deshalb trägt es seinen neuen Namen.

Im Archiv von Thomas Werthefrongel fanden sich Sterbebildchen zu vielen Namen. Daraus entstand die Idee, Namen und Schicksale wieder zu verbinden. Ein Beispiel ist Alfons Kästle, geboren 1921, ein begabter Abiturient von St. Stephan und „Kandidat der Mathematik“. Er hatte sich bereits für Mathematik und Physik eingeschrieben. Am 8. Mai 1945, in den letzten Kriegstagen, starb er mit 23 Jahren an einer Schussverletzung. Sein Studium konnte er nie beginnen.

Die Tafeln stehen jetzt nicht mehr in einer Reihe. Sie sind als Steine um die Kirche verteilt und mit Sitzbänken zu Gruppen zusammengefasst. So entsteht ein Weg des Erinnerns, der zum Verweilen und Nachdenken einlädt. Ein QR-Code am Denkmal führt in ein digitales Archiv der Stadt. Dieses Archiv soll weiter wachsen – mit Dachbodenfunden, Nachlässen und Schularbeiten. Aus einem statischen Denkmal wird so eine lebendige Erinnerungskultur.

Erinnerung als Auftrag

Besonders bewegt hat mich die Rede von Benjamin Dempfle von der Veteranen- und Soldatenkameradschaft. Er ist selbst Afghanistan-Veteran. Krieg trifft niemals nur diejenigen, die ihn führen, sagte er – er trifft immer auch die Zivilbevölkerung. An die Politik richtete er einen klaren Auftrag: alles daranzusetzen, Kriege zu verhindern, Konflikte friedlich zu lösen und die Möglichkeiten der Diplomatie auszuschöpfen. Zugleich gelte es, Freiheit und Menschenwürde zu schützen. Sein Schlusswunsch ist mir geblieben: „Mögen niemals neue Namen hinzukommen.“

Bürgermeister Paulus Metz begann mit dem Engelsgesang aus dem Weihnachtsevangelium: „Et in terra pax hominibus bonae voluntatis“ – Friede den Menschen guten Willens. Dieser Gesang hat auch die Gestaltung des Denkmals inspiriert. Er erinnerte an die deutsch-französische Aussöhnung und daran, dass „Sühne“ im Herzen geschieht und mit „Versöhnung“ eng verwandt ist. Er erinnerte auch an die Feldpostbriefe, in denen Weihnachten immer ein Hoffnungsschimmer war: „Vielleicht ist der Krieg bis dahin rum.“ Diese Botschaft vom Frieden, sagte er, war schon lange nicht mehr so aktuell wie heute.

In ihren Gebeten sprachen die Geistlichen von einer Welt, in der Hass und Missgunst wachsen und in der Menschen oft nur noch in Parolen miteinander reden. Das neue Denkmal soll dagegen ein sichtbares Zeichen sein – für die Erinnerung an Krieg und Leid und für den Auftrag, für Frieden und Versöhnung einzutreten.

Mein Dank

Ich danke allen, die dieses Projekt möglich gemacht haben. Dazu gehören Stadtpfarrer Konrad Huber und die Kirchenverwaltung, der Architekt und sein Team sowie Thomas Werthefrongel und Dr. Fabian Münch für die historische Arbeit. Ich danke außerdem der Veteranen- und Soldatenkameradschaft, besonders Jochen Seebacher, dem Bauhof und dem Stadtrat, der sich diese Entscheidung nicht leicht gemacht hat.

Mein Tipp: Gehen Sie den Weg des Erinnerns einmal selbst, scannen Sie den QR-Code und lesen Sie die Geschichten hinter den Namen. Es lohnt sich.

Roland Mair
Kontakt: stadtbergen@t-online.de

Hinweis: Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt (Transkription der Redebeiträge und sprachliche Überarbeitung).

 
 

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