Wie aus Sympathie eine Partnerschaft wurde – Erinnerungen an die Anfänge mit Olbernhau

Veröffentlicht am 08.11.2026 in Allgemein

Im November 1989 machte sich eine kleine Gruppe aus Stadtbergen auf die Reise in den „Osten“. Ein Jahr später wurde die Partnerschaft mit Olbernhau im Erzgebirge besiegelt. Zum 40-jährigen Jubiläum des Partnerschaftsvereins erinnert sich Roland Mair an die Anfänge, an Brieffreundschaften, Feuerwehrbegegnungen und Erzgebirgsabende. Er blickt auch auf die Frage, wie die Freundschaft heute weitergehen kann.

Am 7. November 2026 feierte der Partnerschaftsverein Stadtbergen im Bürgersaal sein 40-jähriges Jubiläum. Es war ein schöner Abend mit vielen Erinnerungsmomenten, auch für mich, denn ich war in den Gründungsjahren mit dabei.

Gestartet ist der Verein 1986 mit der Partnerschaft zu Brie-Comte-Robert. Zwar hatte ich mich schon in der Schule für die deutsch-französische Freundschaft starkgemacht. Doch fehlende Französischkenntnisse hielten mich in den ersten Jahren davon ab, mich selbst zu engagieren.

Der Sommer 1989 weckt das Interesse

Das änderte sich im Sommer 1989. Damals flohen zahlreiche Menschen aus der DDR über die tschechische Grenze in die Bundesrepublik. Dr. Ludwig Fink, der spätere Erste Bürgermeister, setzte sich für eine deutsch-deutsche Partnerschaft ein. Da erwachte mein Interesse am innerdeutschen Ausgleich: zwei deutsche Staaten mit zwei ganz unterschiedlichen Entwicklungen.

Die Reise in den „Osten“

Im November 1989 machten wir uns auf die Reise in den „Osten“. Als mögliche Partnerstädte besuchten wir Olbernhau, Markkleeberg und Schkeuditz.

Die Wahl fiel auf Olbernhau. Es gab bereits eine Brieffreundschaft ins benachbarte Seiffen, und die Menschen wie auch die Verwaltung kamen uns mit großer Sympathie entgegen.

Ein Jahr später, am 10. November 1990 und nur wenige Wochen nach der Wiedervereinigung, wurde der Partnerschaftsvertrag unterzeichnet. Anfangs ging es vor allem um den Aufbau der neuen Verwaltung, um Medizin und Umweltschutz. Doch schon bald wurde daraus eine Partnerschaft zwischen den Menschen.

Jugend, Feuerwehr und viele Vereine: die ersten Jahre

Im damaligen Arbeitskreis Olbernhau engagierten sich Felicitas Samtleben-Speiss, Dr. Thomas Franke und ich. In den ersten Jahren organisierten wir den Austausch zwischen Jugendlichen und Vereinen. Es gab einen Erzgebirgsabend, und den Anfang bei den Begegnungen machten die Feuerwehren und die Musikvereine. Bald folgte eine Vielzahl weiterer Vereine.

Leicht machte es uns die große Sympathie, die den „Ossis“ damals entgegengebracht wurde. Unterstützt wurde der Austausch von Dr. Steffen Laub und von Horst Brunner, dem Dritten Bürgermeister und Vorsitzenden des Kulturausschusses. Auch die Ersten Bürgermeister Raimund Bertele und Dr. Ludwig Fink förderten ihn.

Und heute?

Beim Jubiläumsabend, 36 Jahre nach der Vertragsunterzeichnung, saß ich als einer der Aktiven von damals mit den Aktiven von heute zusammen, mit Josef Ortolf und Udo Brückner. Schnell waren wir mitten in einer Diskussion über die Zukunft, denn der Olbernhauer Partnerschaftsverein hat sich aufgelöst.

Steigende Kosten für Busreisen, Hotelübernachtungen, Verpflegung und Eintritte machen einen regelmäßigen Austausch heute schwer. Ich bin überzeugt: Den Verantwortlichen sind diese Herausforderungen bewusst, und sie haben die Energie, weiter in die Begegnung zwischen den Menschen zu investieren.

Ein guter Anlass für ein Wiedersehen: Vom 3. bis 11. September 2027 feiert Olbernhau 125 Jahre Stadtrecht und 490 Jahre Saigerhütte Grünthal. Die Stadtberger sind herzlich eingeladen.

 
 

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