Energiewende braucht Mut – nicht Rückschritt (Gespräch mit Claudius Günther)

Veröffentlicht am 05.10.2026 in Allgemein
Wertvolles Gespräch mit Claudio Günther

Nachtrag zum Nachhaltigkeitsfestival in Leitershofen

Am Samstag habe ich zusammen mit unserer Bundestagsabgeordneten Heike Heubach das Nachhaltigkeitsfestival in Leitershofen besucht. Wir haben uns bewusst viel Zeit für die verschiedenen Stände, Organisationen und Unternehmen genommen und viele lange, gute Gespräche geführt. In meinem ersten Bericht fehlt leider ein wichtiger Gesprächspartner: Claudius Günther. Das hole ich gerne nach, denn seine Arbeit verdient Aufmerksamkeit.

Claudius Günther arbeitet für das Deutsche Energieberater-Netzwerk (DEN) e.V. Das DEN ist ein bundesweiter Verband unabhängiger Energieberaterinnen und Energieberater. Unabhängig heißt hier: Die Beratung ist wirtschaftlich neutral und qualitätsgesichert, an kein Produkt und keinen Hersteller gebunden. Der Verein setzt sich unter anderem dafür ein,

  • die Energieberatung als eigenes Berufsbild mit klaren Ausbildungswegen zu stärken und damit dem Fachkräftemangel zu begegnen,
  • Bestandsgebäude bevorzugt zu sanieren, statt abzureißen und neu zu bauen,
  • das Gebäudeenergiegesetz in allen Bundesländern einheitlich umzusetzen und Regeln zu vereinfachen,
  • Kommunen mit einer Datenbank qualifizierter Klimaschutzberater zu unterstützen.

Kurz gesagt: Das DEN sorgt dafür, dass die Energiewende dort ankommt, wo sie konkret wird, bei den Menschen und ihren Häusern.

Im Gespräch mit Heike Heubach hat Claudius Günther deutlich gemacht, dass er von der geplanten Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG 2027) nicht begeistert ist. Manches sei durchaus gut, aber die finanziellen Mittel würden spürbar reduziert. Ich teile diese Einschätzung. Positiv sind zum Beispiel mehr Ausschreibungen für Windkraft an Land und eine Überprüfung der Regeln nach zwei Jahren. Für private Dachanlagen bricht dagegen vieles weg:

  • Neue kleine Anlagen bis 25 kW sollen keine Einspeisevergütung mehr erhalten.
  • Kleine Anlagen werden in die Direktvermarktung gedrängt, für die es bisher kaum praktikable Angebote gibt.
  • Die Einspeisung kleiner Dachanlagen soll auf die Hälfte der Leistung begrenzt werden.

Fachleute wie Claudia Kemfert vom DIW und die Genossenschaftsverbände warnen deshalb vor einem Einbruch beim Ausbau der Solarenergie auf Dächern. Auch unsere SPD-Energiepolitikerin Nina Scheer kritisiert die entstehende Planungs- und Investitionsunsicherheit.

Meine persönliche Einschätzung ist: Das Gesetz von Wirtschaftsministerin Katherina Reiche folgt einem alten Denkmuster. Die Ministerin verweist auf steigende Systemkosten, und ja, Netze und Speicher müssen mitwachsen. Die Antwort darauf darf aber nicht sein, ausgerechnet die Bürgerinnen und Bürger auszubremsen, die mit eigenem Geld in die Energiewende investieren. Hier werden bestehende Strukturen geschützt, statt Veränderung zu ermöglichen. Ich wünsche mir eine Energiepolitik, die Menschen zu Mitgestaltern macht, so wie es auch im Koalitionsvertrag versprochen ist.

Das Gesetz ist noch nicht beschlossen. Die Beratungen im Bundestag laufen, in Kraft treten soll es zum 1. Januar 2027. Es lohnt sich also, jetzt die Stimme zu erheben. Danke, Claudius, dass du das getan hast!

Hinweis: Bei der Recherche und beim Formulieren dieses Beitrags hat mich eine KI unterstützt.

Bildunterschrift: Claudius Günther vom Deutschen Energieberater-Netzwerk und ich auf dem Nachhaltigkeitsfestival in Leitershofen.

 
 

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