lab.30 – Wer oder was werden wir?

Veröffentlicht am 31.10.2026 in Allgemein

Seit 25 Ausgaben verwandelt das Medienkunstfestival lab.30 das Kulturhaus abraxas in ein begehbares Labor. Dieses Jahr steht es unter dem Motto „Becoming“. Ich war zum ersten Mal bewusst dort und habe auf dem Mars gestanden, Roboter-Meerschweinchen gestreichelt und mit der KI-Kopie eines fremden Menschen telefoniert. Das Festival läuft noch bis Sonntag, 1. November 2026 – mein Tipp für alle, die neugierig sind.

lab.30 – Wer oder was werden wir?

Das Leben ist schön, und jeden Tag gibt es etwas Neues zu erleben. Ich muss mir allerdings sagen lassen: Das lab.30 gibt es schon seit 25 Ausgaben, und ich habe es in den letzten Jahren nur am Rande mitbekommen. Was ist das eigentlich? Das habe ich mich gefragt.

Schon bei der Anfahrt sah ich von Weitem ein rot angestrahltes Gebäude. Mein erster Gedanke war – nun schlägt’s 13, heute ist ja Halloween. Doch es war das Kulturhaus abraxas in Kriegshaber. Es wird während des Festivals zu einem begehbaren Labor für digitale Kunst, künstliche Intelligenz und neue Technologien.

Gleich nach dem Eintritt wird man selbst zum Astronauten, der den Mars betritt. Eine KI setzt das eigene Gesicht in einen Raumanzug vor eine rote Wüstenlandschaft. Später habe ich erfahren, dass dahinter die Ausstellung „MARS!“ des Zentrums für Kunst und Medien (ZKM) in Karlsruhe steht. Die Idee: Die Menschheit besiedelt den Mars gemeinsam und demokratisch – statt zuzusehen, wie die Reichen in ihre Raketen steigen. In fünf „Prototypen“ hat eine „Red Dust Society“ aus Bürger:innen, Fachleuten und Künstler:innen durchgespielt, wie wir dort wohnen, essen, entscheiden und mit knappen Ressourcen umgehen würden. Ein Gedanke ist mir hängen geblieben: Alles, was wir für eine Siedlung auf dem Mars bräuchten, brauchen wir genauso für unser Überleben auf der Erde. Dazu gehört auch ein elektronischer Streichelzoo, in dem Roboter-Meerschweinchen in den eigenen Händen zum Leben erwachen.

Das Motto des Festivals lautet „Becoming“. Es fragt, wer oder was wir werden, wohin sich unsere Gesellschaft entwickelt – und wer darüber entscheidet. Mehr als 30 internationale Künstler:innen öffnen mit ihren Installationen Räume für neue Perspektiven, für sinnliche Erfahrungen und für gemeinsames Nachdenken. Es geht um Technologie, künstliche Intelligenz und den Wandel unserer Gesellschaft. Bei vielen Experimenten spielt man selbst die Hauptrolle. Mich beschäftigt dabei immer die Frage: Wie kommt man auf so eine Idee? Und wie entfacht man die Neugier, aus der solche Installationen entstehen?

Besonders fasziniert hat mich „Digital Echoes“ von Christopher Thomas. Die interaktive Installation sieht aus wie ein alter Telefonapparat. Wer den Hörer abnimmt, spricht mit einem Sprachassistenten. Er erfasst die Stimme und den Inhalt des Gesprächs. Daraus entsteht ein neuer KI-Klon, mit dem dann die nächste Person telefoniert. Ich habe also mit dem Echo meines Vorgängers gesprochen – und meine Nachfolgerin oder mein Nachfolger wird mit meinem sprechen. Richtig spannend wird es, wenn man sich danach mit dieser Person über das Telefonat unterhält. Das war nur eines von vielen faszinierenden Kunstwerken – und ich habe bestimmt nicht alles gesehen oder gar mitgemacht.

Wer heute noch Zeit hat und nicht in die WWK-Arena muss oder die Halloween-Party vorbereitet, dem empfehle ich unbedingt einen Besuch. Das lab.30 ist im Kulturhaus abraxas, in der Kirche St. Thaddäus und im MAX59 in der Innenstadt zu erleben. Im MAX59 ist die MARS!-Ausstellung sogar kostenlos zu sehen. Heute um 19 Uhr werden außerdem die Festivalpreise verliehen. Das Festival läuft noch bis morgen, Sonntag, 1. November 2026, und wird von der Stadt Augsburg unterstützt. Programm und Tickets gibt es unter lab30.de.

Meine Wertschätzung gilt den Künstler:innen sowie allen Partner:innen und Förder:innen, die dieses Festival seit 25 Ausgaben möglich machen.

Hinweis: Bei der Recherche und der sprachlichen Überarbeitung dieses Beitrags hat mich eine KI unterstützt.

 
 

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