KUL-TOUR: Stadtbergen entdecken – Historische Radtour "3-Türme-Tour"

Veröffentlicht am 24.07.2026 in Allgemein

Stadtradeln, aber anders: Statt Kilometer standen bei unserer KUL-TOUR über 600 Jahre Stadtberger Geschichte im Mittelpunkt. Und das Angebot kam an – mit 32 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war es die bestbesuchte Tour im gesamten Stadtradeln-Zeitraum.

Geführt hat uns durch die Geschichte Thomas Werthefrongel, der bis vor einigen Jahren die Stadtbücherei Stadtbergen geleitet hat und sich seit Langem intensiv mit der Stadtgeschichte beschäftigt. Sein Wissen zu St. Nikolaus, dem Wasserturm und der Waldkuralpe Nervenheil machte die Tour zu einer echten Entdeckungsreise.

Drei Stationen, drei Zeitalter

St. Nikolaus – Schon um 1400 stand hier ein Vorgängerbau, das gotische Turmzimmer erinnert bis heute daran. Die heutige Kirche wurde 1730/31 auf den Mauern einer spätgotischen Vorgängerin errichtet und 1731 geweiht. Namhafte Künstler wie Johann Georg Bergmüller gestalteten das Innere zu einem barocken Kleinod. Wir durften sogar einen Blick in den Kirchturm werfen – ein besonderes Erlebnis mit vielen Details aus der über 500-jährigen Geschichte der Pfarrei.

Wasserturm – 1908 erbaut, nutzten die Erbauer die Höhenlage von Stadtbergen geschickt aus, um den nötigen Wasserdruck für die Versorgung der Haushalte zu erzeugen. Mit seinem markanten Oktagon und dem Zinnenkranz ist er ein lebendiges Zeugnis des späten Historismus. Bis 1935 war er in Betrieb, danach diente er zeitweise als Wohnraum, beherbergte bis 1998 ein Architekturbüro und ist heute an einen Finanzdienstleister vermietet.

Waldkuralpe Nervenheil – Die vielleicht spannendste Geschichte: 1886/87 ließ der Augsburger Architekt Karl Albert Gollwitzer oberhalb von Leitershofen eine „betürmte Restauration" errichten – geplant war ursprünglich sogar eine ganze Kuranlage mit elf Villen. Realisiert wurde ein zweigeschossiger Bau mit Terrassen, Glasveranda und zwei Türmen, der schnell zum beliebten Ausflugsziel für Augsburger wurde – im Sommer zu Fuß oder mit der Straßenbahn zum Westfriedhof, im Winter sogar mit Skiern bergauf. Nicht alle waren begeistert: Die katholische Kirche predigte von der Kanzel gegen den Ort, an dem sich die Menschen vergnügten, und auch der Leitershofer Gemeinderat lehnte das Bauwerk ab. 1964 wurde das inzwischen unrentable und baufällige Gebäude schließlich abgerissen.

Das Rad als Mittel zum Zweck

Bei dieser Tour ging es nicht ums Tempo, sondern ums Entdecken, Innehalten und Staunen. Das Fahrrad war lediglich das praktische Fortbewegungsmittel zwischen den Stationen – im Fokus stand die Geschichte unserer Stadt. Wer tiefer eintauchen möchte, kann die Tour auch als Einstieg ins Virtuelle Freilichtmuseum Stadtbergen nutzen: An den Stationen führen QR-Codes zu weiterführenden Informationen.

Weiter eintauchen in die Stadtgeschichte

Wer nach dieser Tour Lust auf mehr Stadtberger Geschichte bekommen hat, dem sei die Chronik von Stadtbergen ans Herz gelegt, erhältlich über die Stadtbergener Homepage. Und auch ohne Fahrrad lässt sich die Geschichte unserer Stadt jederzeit erkunden – im Virtuellen Stadtrundgang, ebenfalls online abrufbar.

Chronik von Stadtbergen: https://www.stadtbergen.de/stadtleben/kulturelles/chronik

Virtuelles Freilichtmuseum Stadtbergen: https://www.stadtbergen.de/stadtleben/kulturelles/museen-in-stadtbergen/virtuelles-freilichtmuseum-stadtbergen

Ein herzliches Dankeschön an Thomas Werthefrongel für die kurzweilige und lehrreiche Führung – und an alle 32 Teilnehmerinnen und Teilnehmer für ihr Interesse an unserer gemeinsamen Geschichte!

 
 

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