Afghanistan - wo befindet sich deine Zukunft

Veröffentlicht am 24.08.2021 in Allgemein

Viele Nachrichten, damit verbunden sind schreckliche Informationen jagen durch die Medienwelt. Afghanistan ist eine Region an der Schnittstelle zu Süd-, Zentral und Vorderasien. 1979 marschierte die Sowjetunion in das Land ein, und seit den Terroranschlägen am 11. September 2001 bestimmten die Amerikaner die politischen Entwicklungen in diesem Land. Angesichts von zunehmender Gewalt stellt sich die Frage, wie es in diesem Land weitergehen kann und warum die Demokratie dort vorerst gescheitert ist.

Parallel zu den geschilderten militärischen Interventionen gründeten sich die Talibans, unterm Strich eine Terrororganisation mit sehr traditionellen Bewusstsein. Die Talibans genießen innerhalb der Bevölkerung eine Sympathie, weil sie in den chaotischen Zeiten nach dem Abzug der Sowjetunion für „Recht und Ordnung“ gesorgt haben.

Einschränkend zu dem Begriff der militärischen Interventionen wurde Amerika vom Sicherheitsrat der Vereinigten Nationen das Recht zur Selbstverteidigung zugesprochen. Die Talibans wurden in dir Bergregionen zurückgedrängt.

Verantwortliche aus der Vereinten Front und afghanische Exilgruppe trafen sich in einer Petersburger Konferenz, um sich auf ein Abkommen zu einigen, das einen Stufenplan zur Demokratisierung und die Bildung einer Regierung vorsah. In den ersten Jahren wurden auch Schritte umgesetzt, aber unterschiedliche Parameter zur Bewertung der Demokratie im Vergleich zu anderen Ländern sehen Afghanistan am unteren Ende der Bewertungsskala.

Da klingt folgende These absurd: Seit der Verabschiedung der heute gültigen Verfassung im Jahr 2004 ist Afghanistan eine Islamische Republik mit einem präsidialen Regierungssystem. Die Verfassung gilt als eine der demokratischsten der islamischen Welt und sieht die Gleichberechtigung der Angehörigen aller Religionen und ethnischen Gruppen sowie der Geschlechter vor.(*). Im Sommer 2021 endete der Einsatz der NATO-Truppen. Die deutschen Truppen hatten das Land bereits im Juni 2021 verlassen, nach Aussage von Joe Biden, soll der Aufenthalt der amerikanischen Truppen Ende August beendet sein. Joe Biden fürchtet den 20zigsten Jahrestag des terroristischen Anschlags.

Warum ist es so schwer dort demokratische Grundstrukturen zu installieren. Ein wesentlicher Grund sind die vielen Volksgruppen in dem Land selbst. 200 Volksgruppen werden in der Fachliteratur genannt. Nach der Petersburger Konferenz gab es einen großen Optimismus mit der Demokratie ein Erfolgsmodell zu kopieren. Allerdings mussten die Gruppierungen Vereinbarungen mit „kriminellen“ Gruppen treffen. In Afghanistan ist der Drogenhandel für viele Menschen eine wesentliche Einnahmequelle. Die Art von Zusammenarbeit ist den Menschen dort negativ aufgestoßen. In der Verfassung wurde die Rolle der Frau sehr fortschrittlich beschrieben, der Umgang mit Frauen im Parlament stellt einen Gegensatz dar.

Wie wird es weitergehen? Donald Trump hat mit den Talibans einen Vertrag zum Abzug des Militärs eingeleitet. Der Vertrag ist sehr oberflächlich und mit Ausnahme, dass von diesem Land keine militärische Aktion gegen Amerika ausgeführt wird, sind keine konkreten Maßnahmen vereinbart. Auch über das künftige Gesellschaftssystem wurden keine Umsetzungen vereinbart.

Die Frauen müssen Burka treten, aus der Arbeitswelt werden sie zurückgedrängt. Gleichwohl braucht Afghanistan die Unterstützung von anderen Ländern und das wird mit demokratischen und rechtsstaatlichen sicheren Strukturen erkauft. Bei der aktuellen Nachrichtenlage zweifle ich an einer positiven Entwicklung. Meiner Meinung nach muss es Entwicklungen innerhalb der Menschen geben, die wesentlichen Bausteine einer demokratischen Grundordnung zu fordern.

Hoffentlich wird mein Wunsch schnell Wirklichkeit (trotz pessimistischer Gedanken).

(*):Ahmed Rashid: Descent into Chaos: the United States and the Failure of Nation Building in Afghanistan. Viking, New York 2008, ISBN 978-0-670-01970-0, S. 217.

 
 

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