Radfahren in Stadtbergen – ein Flickerlteppich mit vielen Unwägbarkeiten und gefährlichen Situationen

Veröffentlicht am 08.08.2019 in Allgemein
Bild 1
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Mir fehlen in Stadtbergen einfach Ausweichrouten, durchgängige und einheitliche Fahradwege und Wegweiser für Radfahrer. Die wenigen Meter haben mir eindeutig vor Augen geführt, dass wir noch Enormes zu leisten haben, um Stadtbergen zu einer Fahrradstadt umzuwandeln.

Die SPD Fraktion hat sich in den letzten Jahr für die Gründung eines Arbeitskreises zu Gunsten der Fahrradfahrer eingesetzt, auf unsere Initiativen haben wir 50.000 Euro eingestellt. Im letzten Jahr haben wir zusätzliche Fahrradständer an den Haltestellen beantragt, aktuell läuft ein Antrag für Rollerständer an den Haltestellen und Schulen / Kindergärten.

Wir haben noch viele Vorschläge in der Tasche, vorrangig ist das Ziel die Sicherheit der Radler in Stadtbergen zu erhöhen.

Eines habe ich gelernt, traue dich nur im ordnungsgemäßen Zustand deines Rades auf die Straßen von Stadtbergen, weil die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass der Ordnungsdienst sich um deine Sicherheit sorgt. Das ist auch nachvollziehbar, ist jedoch nicht immer so gutes Gefühl, wenn dich junge Menschen mit einer Uniform aufhalten. Ich bin im Besitz eines ordentlichen Fahrrads und traue mich von Stadtbergen nach Gersthofen zu fahren. Die klimatischen Verhältnisse sind schlecht, Fahrradhelm ist ohnehin dabei, auch die Regenjacke und Regenhose helfen die ersten Kilometer dem strömenden Regen zu trotzen.

Unsere neuen Fahrradständer (Bild 2) schauen gut aus, zerkratzen dir jedoch deinen Rahmen, auch nehmen Sie enorm viel Platz weg, haben jedoch den Vorteil, dass du keine Zeit beim Absperren verlierst. Vom Rathausplatz in Stadtbergen geht es nach Neusäß, aber wohin ist die Frage, nicht nur ein gefährlicher Kreuzungsbereich (Bild 3) auch eine vollkommen führerlose Kreuzung erwartet dich. Gefühlsmäßig geht es Richtung Norden. Ohne Fahrradweg am Graben fahre ich in Schlangenlinien an den parkenden Autos entlang. Gottseidank kein Gegenverkehr, so das keine unübersichtlichen Situationen entstehen. Im Bereich der Friedenskirche entsteht nun wieder der Konflikt, dass sich Fußgänger und Radfahrer einen Verkehrsraum teilen, an der Kreissparkasse wieder eine unübersichtliche Situation – eine Rechtsabbiegegebot zeigt mir an, dass ich rechts abbiegen muss., naja da gibt es den Fußgängerübergang, auf der anderen Seite teilen wir uns dann einen engen Fußweg. Aber nach der Busstation geht es relativ sicher auf einem rot markierten Fahrradweg weiter– nachdem parallel zu mir Autos fahren, nehme ich natürlich alle Pfützen mit, meiner Regenkleidung sei Dank, dass ich relativ trocken bleibe. Vor dem Kreisverkehr darf ich mich bei dem endenden Fahrradweg entscheiden, ob ich mich mit Fußgänger auf dem Fußweg oder mit dem Autofahrer arrangiere. Ich entscheide mich für die Fahrbahn und bin die lebende Bremse im Kreisverkehr – hinter mir ein Auto, dass mir fast auf dem Hinterrad sitzt: Das ist kein schönes Gefühl und ich fahre in der Fahrbahnmitte, um nicht in das Spiel eines Überholmanövers integriert zu werden.

Zweihundert Meter vor der Stadtgrenze endet dann der Fahrradweg und jetzt? Du bist wieder der Spielkegel der Autofahrer, die Kreuzung habe ich überlebt und dann bin ich auf dem Augsburger Stadtgebiet.

 
 

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