24.08.2026 in Allgemein

Moralpredigt statt Führung - Warum das Kanzleramt ein handfestes Kommunikationsproblem hat

 

Die Häufung lässt sich nicht mehr als Serie unglücklicher Einzelaussagen erklären. Ein Kanzler, der Bürgern öffentlich Faulheit unterstellt, ohne die eigenen Daten zu prüfen; eine Wirtschaftsministerin, die umstrittene Vergleichszahlen heranzieht und dafür selbst aus der eigenen Partei scharf kritisiert wird; ein Parteiflügel, der Teilzeitarbeit als „Lifestyle“ diffamiert und damit Millionen Beschäftigte in der Pflege- und Erziehungsarbeit brüskiert; ein Mittelstandsverband, der öffentlich von „blankem Entsetzen“ spricht und auf taube Ohren stößt; und ein Kanzler, der die von ihm selbst gesetzten Maßstäbe im eigenen Urlaubsverhalten nicht einhält – das ist kein Kommunikationsunfall. Es ist ein Muster.

Formelhafte Beteuerungen wie „Ich werde alles tun“ gehören in dieselbe Kategorie: Sie klingen nach Entschlossenheit, verpflichten aber zu nichts Konkretem. Genau diese Leerstelle zwischen großer Geste und handfester Politik ist es, die sowohl Bürger als auch Mittelstand zunehmend registrieren – und quittieren. Wer glaubt, dieses Vertrauen mit weiteren Appellen an die Arbeitsmoral der anderen zurückzugewinnen, verwechselt Rhetorik mit Führung. Die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands wird nicht daran scheitern, dass die Bürger zu wenig arbeiten. Sie droht daran zu scheitern, dass die Regierung zu wenig liefert – und das Fehlende durch moralische Vorhaltungen an andere zu kompensieren versucht.

22.08.2026 in Allgemein

Einkaufen im Gewerbegebiet – aber bitte nicht mit dem Rad?

 

Serie: Das Gewerbegebiet · Teil 1


Das Gewerbegebiet im Virchowviertel hat einiges zu bieten: viele Geschäfte, ein breites Angebot, kurze Wege zwischen den Läden. Doch wer ohne Auto anreist – zu Fuß oder mit dem Rad – merkt schnell, dass hier nicht an alle gedacht wurde.
 

16.08.2026 in Allgemein

Worte statt Taten: Warum Bayern den Klimaschutz ins Grundgesetz braucht

 

Die Klimaveränderung ist längst keine abstrakte Zukunftsfrage mehr, sondern in unserem Alltag angekommen: Hitzesommer, Starkregen, Hochwasser. Die Menschen wollen in Frieden mit der Natur leben, ohne Angst, dass ihre Lebensgrundlage zerstört wird. Deshalb ist es richtig, dass die SPD den Klimaschutz als Staatsziel fest im Grundgesetz verankern will – als Kompass, der über Wahlperioden und Parteigrenzen hinweg gilt. Wie nötig das ist, zeigt ein Blick nach Stadtbergen: Als die Grünen um Paul Reisbacher den Klimanotstand ausrufen wollten, lehnte die CSU-Fraktion den Begriff ab und stellte stattdessen eine eigene „Klima- und Zukunftsoffensive" vor – präsentiert von Stadtrat Tobias Schmid, mit Bürgerplattform und Klima-Masterplan als Bausteinen. Die Debatte drehte sich auffällig oft um Worte statt um Taten, während SPD-Stadtrat Herbert Woerlein daran erinnerte, dass die Hitze längst spürbare Realität ist. Ob aus der angekündigten Offensive seither konkrete Ergebnisse wurden, verdient eine genaue Nachprüfung – ein Muster, das sich auch auf Landesebene zeigt: Markus Söder leidet selbst unter der Hitze, hält durchgreifende Maßnahmen aber offenbar nicht für nötig.

16.08.2026 in Allgemein

Ein Antrag, der im Schrank verschwand – und eine Chance, die es nicht darf

 

In Deutschland stehen Millionen Quadratmeter Büro- und Gewerbeflächen leer – während Wohnraum fehlt. Der Bund fördert seit Juli 2026 die Umwandlung mit bis zu 30.000 Euro pro Wohnung. Ein aktuell geplantes Bauvorhaben im Virchowviertel zeigt, dass Stadtbergen diese Chance zu verpassen droht – dabei hatte der Bau- und Umweltausschuss bereits 2025 eine Flächenanalyse als Grundlage beschlossen, die bis heute nicht vorliegt.

13.08.2026 in Allgemein

Als die Sonne zur Sichel wurde – ein Abend am Bismarckturm

 

Am Mittwochabend, den 12. August 2026, verdunkelte der Mond über Augsburg fast 89 Prozent der Sonne – die eindrucksvollste Sonnenfinsternis, die Mitteleuropa seit 1999 zu sehen bekam. Spontan zog es mich mit vielen anderen auf den Bismarckturm, wo aus einem zufälligen Zusammentreffen eine wunderbar entspannte, gemeinschaftliche Stunde wurde – inklusive eines Wiedersehens mit Freunden und Erinnerungen an die letzte große Finsternis vor 27 Jahren.

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